„Ick hev mol in Kampen een Driemaster sehn ...“

Die Fahrtenwoche der Jahrgangsstufen 5, 9 und 12 ging am 10. Mai zu Ende. Nachfolgend ein Bericht des Klassenleiters der Klasse 9d, Herrn Löhfelm.

Zum Abschluss einer fünfjährig bestehenden Klassengemeinschaft hieß es vom 5. - 10. Mai für die 9d noch einmal: „Wir sitzen alle in einem Boot“ – Gruppensegeln auf einer Dreimast-Schonerbark auf dem Ijsselmeer anlässlich der Fahrtenwoche mit Fr. Hammes, Hr. Löhfelm und Hr. Schöller.

Abfahrt war sonntags nach den Osterferien und nach ca. fünfstündiger Busfahrt kamen wir in Kamen/Ijssel,NL; dem Heimathafen der „Admiraal van Kinsbergen“, an. Lebensmittel für die ersten 3 Tage wurden gebunkert, die Kajüten (in den folgenden Tagen auch „Pumakäfige“ genannt) bezogen. Nach einer fixen Kochaktion gab es das erste Captains Dinner: der Klassiker (PSS – Pasta-Sauce-Salat) Skipper Dennis wurde dabei von Maat Thies und Hund Sonnegar vertreten.

Am nächsten Morgen begrüßte uns dann der Skipper und die Matrosen Thies und Frans führten die Gruppe in die Grundprinzipien von Wind und Wellen, Seil und Segel ein. Das ursprünglich geplante Ziel (Texel) wurde wegen drehendem Nordost zur Halbinsel Urk umdisponiert. (Anm.: Die Natur braucht keine Steuerungsgruppe, sondern schnelle Alternativen.) Nachdem eine, die Ijssel kreuzende Autobahn für 15 min angehalten und die 9d unter den Klängen von „Titanic“ standesgemäß die Zugbrücke passiert hatte, hieß es: Alle Mann an die „Fallen“ und hoch mit vier Segeln – wir waren ja nicht auf Kaffeefahrt auf dem Rhein.

Nachdem Anlegen auf Urk war Landgang und Erkundung heimischer Sitten und Gebräuche angesagt, für einige Unerschrockene auch ein Sprung ins frische Ijsselmeer (trotz leichten Niesels). Die zweite Kochgruppe machte sich an den Kartoffel-Hackfleisch-Lauchauflauf, wobei die physikalischen Kartoffelerfahrungswerte (Chips- bis Brikettstärke = verkocht bis roh) das Longlife-Learning unterstützten. Anschließend etablierte sich das – nun allabendlich herbeigesehnte – „Activity“ und die „Hits- and Rhythm-Session“ (Oldies but Goldies) unter Zuhilfenahme der bordeigenen Musikanlage und diversen Küchenutensilien.

Ein schöner Südwest brachte uns Dienstag nach Hoorn, der alten Hansestadt mit ihren prächtigen und schiefen Patrizierhäusern, nach der übrigens auch das Kap Hoorn benannt ist. Leider zwang uns recht stürmisches Wetter zu einem weiteren Hafentag, was aber der größte Teil der Truppe in Begleitung von Frau Hammes im Erlebnisbad einfach wegrutschte. Diese erwartete dann „lekker“ Chili con Carne (die physikalischen Erfahrungswerte steigerten sich …).

„Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck“ (Musik v. P. Licht) war das Motto des 3. Tages auf dem Wasser. Sonne, leises Segeln, am Ruder stehen, Chillen auf dem Deck. Kreuzfahrtatmosphäre. Eisessen in Kampen, Besuch einer Pizzeria für alle schlossen den Tag ab. Um 22 Uhr schrillte die Pfeife des Ententrainers durch den Hafen: Landgang beendet. „Paadietime on board.“

Nach dem Frühstück am Freitagmorgen hieß es packen und putzen, Besatzung und Schiff verabschieden und nach Busfahrt um 16:00 Uhr die lieben Eltern wieder begrüßen. Fazit: Ein alter Fahrtenklassiker der IGS ist an Teamspirit und existentiellen Erfahrungen (Frischluft, Sonne, Wind, Meer, Kochversuche, Jamsessions) kaum zu schlagen.