Berlin ist einen Ausflug wert

Die Leistungskurse Sport und Sozialkunde unserer MSS 13 besuchten vom 20. Februar bis 24. Februar 2019 unsere Landeshauptstadt. Das Programm war vielfältig und beeindruckend: So erlebten unsere Schülerinnen und Schüler in intensiven Gesprächen mit Zeitzeugen einen unverstellten Blick auf das Leben in der ehemaligen DDR. Im Bundestag konnten sie eine lebhafte Plenarsitzung zu den Themen „Digitalisierung” sowie „Änderung des Parteiengesetzes auf Antrag der AfD” mitverfolgen. Anschließend diskutierten sie mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Bundestagsabgeordneten Tobias Lindner, Frau Lillas Roeder, über Fragen zur parlamentarischen Kontrolle der Verteidigungsausgaben und über die Bedeutung und Grenzen des Rechnungsprüfungsausschusses des Bundestags und erhielten so einen Einblick in die Arbeit von Abgeordneten und Mitarbeitern. Abwechslung bot der Besuch eines hochklassigen Volleyballspiels der 1. Bundesliga zwischen den Spitzenteams von Berlin und Unterhachingen.

Die Leistungskurse besuchten ebenso die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, die fast 40 Jahre lang das wichtigste Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit war. Besonders eindrucksvoll war die Führung mit dem Zeitzeugen und Opfer der Stasi, Herrn Erhard Neubert, der selbst zwei Jahre in einem Stasigefängnis eingesperrt wurde. Er berichtete von seinen Erlebnissen und erschütternden Erfahrungen vor seiner Verhaftung und im Gefängnis. Besonders beeindruckte die Schülerinnen und Schüler die Erzählungen über den Gefangenentransport und wie psychischer Druck und Angst im Gefängnis aufgebaut wurde. Herr Neubert zeigt Auszüge aus seiner eigenen „Stasi-Akte“, in der die planmäßige Spionage und Verfolgung seiner Person dokumentiert wurde.

Ebenso besuchten die Schülerinnen die ehemalige Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und erhielten eine hervorragende Führung von Herrn Thomas Lukow, der ebenfalls über seine persönlichen Erfahrungen als Musiker in der DDR berichtete und anhand konkreter Beispiele die Organisation und Funktionsweise des Ministeriums für Staatssicherheit erläuterte.

Das Denkmal für die ermordeten Juden ist die zentrale Holocaustgedenkstätte Europas und erinnert an die bis zu sechs Millionen jüdischen Opfer während des Zweiten Weltkrieges. Die Schülerinnen und Schüler erhielten vor Ort eine Gruppenführung durch das von Peter Eisenmann entworfene Stelenfeld und dem darunterliegenden unterirdischen Museum, in dem in einer Ausstellung die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden dokumentiert wird. Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust-Mahnmal, den 2711 Stelen auf einem wellenförmigen Feld auf ca. 19.000 Quadratmetern, regte die Kursteilnehmer zum Nachdenken über diesen unfassbar grausamen Teil der deutschen Geschichte an.