Verlegung der Stolpersteine

Heute war es schließlich so weit: Nach einem Jahr Arbeit der AG Stolpersteine unter der Leitung von Frau Rindt und Herrn Schönborn wurden am 26.06.2019 um 9 Uhr in der Staatsstraße 11 in Stromberg fünf Stolpersteine verlegt. Die Verwandten der damals vertriebenen und später größtenteils ausgelöschten jüdischen Familie Jungblut kamen eigens aus Israel angereist, um bei der Verlegung und der anschließenden Feier in der benachbarten katholischen Kirche anwesend zu sein.

Auch viele Schülerinnen und Schüler waren mit ihren Lehrkräften vor Ort dabei. Der Künstler Gunter Demnig, der die Steine in den Gehweg einließ, sprach kurz über sein Arbeit: Wie wichtig es sei, gegen das Vergessen zu arbeiten, und dass inzwischen über 73.000 Stolpersteine inzwischen in 26 Ländern Europas verlegt wurden. Auch, dass dies nur ein Bruchteil sei in Anbetracht der über sechs Millionen ermordeten Juden.

In einer sehr bewegenden und persönlichen Rede dankte der Enkel von Lydia Jungblut, die als Einzige der fünfköpfigen Familie dem Konzentrationslager entkam, unserer AG und dem Künstler. „Wir wuchsen auf ohne unsere Verwandten. Es gab sie nicht. Wir wussten nicht, was das für Menschen waren, was sie gerne aßen, welche Bücher sie lasen, welche Hobbys sie hatten. Es war das Ziel der Nationalsozialisten, alles jüdische Leben und die Erinnerung an die Menschen auszulöschen. Sie haben es nicht geschafft. Dank eurem Einsatz liegen nun Stolpersteine in Stromberg, und wir erinnern uns heute der Menschen, die hier einst lebten und vertrieben und ermordet wurden.“ Am Ende der Feier gab es kleine Geschenke für die Schülerinnen und Schüler, die sich für dieses Projekt eingesetzt und Spenden gesammelt haben und damit ein Zeichen setzten gegen das Vergessen.

Wir danken ihnen und den beteiligten Lehrkräften sowie Herrn Demnig und allen Spendern von Herzen.